HealthCareBlog

„Krankenhaus-Barometer“ 2017

Das Deutsche Krankenhaus-Institut (DKI) hat seine jährliche Befragung als „Krankenhaus-Barometer 2017“ veröffentlicht. Beteiligt haben sich rund 12 % der deutschen Krankenhäuser. Bedauerlicherweise fehlen jegliche methodische Angaben, etwa zur Bruttostichprobe. Warum es sich um eine „repräsentative“ Befragung handeln solle, bleibt ebenfalls das Geheimnis des DKI. Aus wissenschaftlicher Sicht sind die Ergebnisse also mit Vorsicht zu genießen.

Neue OECD-Daten zum Gesundheitswesen

Die OECD hat heute in Berlin unter dem Titel „Health at a Glance 2017“ ihre jährliche Aktualisierung der Daten zum Gesundheitswesen der Industrienationen vorgelegt. Deutschland hat weiterhin stark überdurchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben. Der üblicherweise in Gesundheits-System-Vergleichen herangezogene Vergleichswert ist der Anteil der Gesundheits-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt, hier liegt Deutschland mit 11,3 % auf dem dritten Platz. Bei uns gibt es auch die zweitmeisten Krankenhausentlassungen pro 1000 Köpfe (nämlich 255). Vizeweltmeister ist unser System beispielsweise auch beim Hüftgelenksersatz (hinter der Schweiz). Der Bericht enthält auch zahlreiche weitere Daten zum Thema public health: Gesundheitsrisiken, Lebenserwartungen und vieles mehr.

Privat oder Kasse?

Wie unterscheidet sich die Versorgung von gesetzlich Krankenversicherten und Selbstzahlern („Privatversicherten“)? Der NDR hat gestern eine 45minütige Sendung ausgestrahlt, in der dieser Frage anhand zweier Fallbeispiele zur Knie-Endoprothese nachgegangen wurde. Im Ergebnis sind die Unterschiede in der Medizinischen Versorgung nicht so groß wie immer vermutet, in der Zuwendung aber sehr wohl; die Sendung erscheint als ein gelungener Beitrag zur Versachlichung einer politischen Diskussion.

Gesundheitsmanagement an der SRH Fernhochschule

Empfehlung: das neue Erklärvideo der SRH Fernhochschule – The Mobile University zum Bachelor-Studiengang Gesundheitsmanagement, die optimale Vorbereitung für Managementaufgaben in Gesundheitseinrichtungen vor. Das Studium ist eine Kombination aus Fachwissen des Gesundheitssektors und der Betriebswirtschaft. Darüber hinaus verknüpfen Sie mit dem berufsbegleitenden Fernstudium Gesundheitsmanagement Inhalte aus der Volkswirtschaftslehre, rechtliche Rahmenbedingungen der Gesundheitswirtschaft und Grundlagen aus der Psychologie.

Mitarbeiter-Auswahl: Dilemma

Integer oder mit allen Wassern gewaschen? Geht beides? Hier ein Video-Beitrag von Frau Prof. Dr. Arenberg von der SRH Fernhochschule – The Mobile University über die Relevanz von Integrität und Loyalität von (zukünftigen) Mitarbeitern und Führungskräften bei der Mitarbeiterwahl. Im Gesundheitswesen, vor allem im Krankenhaus, hat die Mitarbeiter-Auswahl erfahrungsgemäß eine besondere Brisanz vor dem Hintergrund aktueller Hygiene-Probleme und ganzheitlichem Risiko-Management.

Krankenhaus-Investitions-Finanzierung wird konkret

Seit 2009 steht es im Krankenhausfinanzierungsgesetz, § 10: Leistungsorientierte Investitionspauschalen sollen die bisherige Finanzierung von Krankenhausbauten und Investitionen ersetzen, zumal die Krankenhäuser mit dem aktuellen System äußerst unzufrieden sind. Jedenfalls hat das InEK jetzt seinen Abschlussbericht zur Kalkulation vorgelegt. An die Abkürzung IBR (= Investitions-Bewertungs-Relationen) wird man sich gewöhnen müssen, denn die werden künftig genauso wichtig wie die DRG.

Neues Master-Studiengangs-Modell an der SRH Fernhochschule

Die SRH-Fernhochschule – The Mobile University hat jetzt ihre Master-Studiengänge noch flexibler gemacht: unter anderem kann nun jederzeit mit dem Studium begonnen werden. Der Semester-Takt entfällt. Sechs Klausurtermine im Jahr sichern die hohe Flexibilität für Berufstätige, gerade im Gesundheitswesen: dafür empfiehlt sich der Master-Studiengang Health Care Management – weitere Infos auf der Homepage des Studiengangs.

Managed-Care-Offensive der AOK

Die AOK Baden-Württemberg will die Gesundheitsversorgung stärker als bisher mit Selektivverträgen steuern. Der fachlich korrekte Begriff Managed Care wird dabei vermieden, die Kontrolle über die Leistungserbringung wird deutlich gefordert (siehe Ärzteblatt). Die AOK möchte „hin zu einem echten Qualitätswettbewerb im Interesse der Versicherten“. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat sich noch nicht zu einer Antwort durchgerungen.

Beschlüsse der Gesundheitsministerkonferenz 2017

Die Gesundheitsminister tagten zum 90. Mail in Bremen. Wegen der Bundesland-Zuständigkeit für das Gesundheitswesen ist die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) neben dem Gemeinsamen Bundesausschuss das wichtigste Gremium für die Branche. Natürlich war die Demographische Herausforderung wieder das beherrschende Thema. Alle Beschlüsse sind hier nachzulesen.

Deutschland bleibt unter seinen Möglichkeiten

Im neuesten Rangvergleich der globalen Gesundheitssysteme landet Deutschland nur auf Platz 20, aktuell ermittelt aus Daten der umfangreichen „Global Burden Of Disease“-Studie, die als Goldstandard in diesem Feld gilt. Als Ranking-Indikator dient die relative Häufigkeit vermeidbarer Todesfälle, im „HAQ“-Index zusammengefasst aus 30 Indikationen. Der deutsche HAQ-Wert von rund 86% könnte mit unseren wirtschaflichen Möglichkeiten bei 90% liegen, schätzen die Autoren. Immerhin gehöre Deutschland zu den Ländern, die sich in den letzten 15 Jahren mehr verbessert haben als andere. Jetzt schlägt die Stunde der Public-Health-Methodiker: Gröbere Mängel dieser Studie sind jedenfalls nicht zu erkennen jenseits der üblichen Bedenken über die Zuverlässigkeit der nationalen Datenquellen. Auch viele deutsche Gesundheitswissenschaftler waren beteiligt. Dementsprechend wird die Arbeit in den nächsten Monaten für viel Diskussionsstoff sorgen, auch unter Politikern.